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- Merinowolle:
- Man unterteilt die Schafrassen nach dem Charakter der Wolle. Die feine Merinowolle, die mittelfeine bis kräftige Cheviotwolle und die Crossbredwolle, die eine Kreuzung zwischen Merino- und Cheviotwolle ist. Merinowolle ist aufgrund ihrer Feinheit und Weichheit die feinste Schafwollqualität. Sie zeichnet sich durch besondere Gleichmäßigkeit, Elastizität und Leichtigkeit aus. Daher ist sie ideal geeignet für Unterwäsche und Ganzjahresartikel. Die Spanier züchteten aus den feinwolligen Schafen des Kaukasus und den Höhenschafen aus Afrika das spanische Merinoschaf. Bis Mitte des 18. Jahrhunderts war eine Ausfuhr des Merinoschafes verboten. Spanien besaß über Jahrhunderte das Monopol der feinen Wolle. Heute leben Merinoschafe in großer Zahl in Australien und Südamerika. Australien ist der wichtigste Lieferant für Merinowolle.
- Schurwolle:
- Schurwolle darf nur so genannt werden, wenn die Wolle vom gesunden, lebenden Schaf stammt. Sie ist besonders atmungsaktiv und temperaturausgleichend. Bis zu einem Drittel ihres eigenen Gewichtes kann Wolle an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen. Schurwolle verfügt damit über ideale Eigenschaften für Kleidung.
- Alpaka:
- Alpaka ist die feine wärmende Unterwolle der Alpakas, die in Mittelamerika zu Hause sind. Die Wolle ist leicht, weich und wärmt gut. Alpaka gibt es in rund 20 verschiedenen Farbschattierungen von weiß über braun bis grau und schwarz.
Baby-Alpaka ist die kostbarste und feinste Alpakaqualität. Es wird nur von jungen Tieren oder von geschützten Körperpartien der Alpakas geschoren. Nur ca. 300 g dieses Haares gewinnt man von einem Tier. Baby-Alpaka ist gegenüber Alpaka wesentlich weicher und hat einen seidigen Glanz.
- Angora:
- Angora ist die Wolle vom Angora-Kaninchen, wohingegen das Haar der Angora-Ziege Mohair genannt wird. Das Angora-Kanin-Haar zählt nach der Seide zu den feinsten Naturfasern. Angora ist sehr weich und besitzt ein sehr gutes Wärmerückhaltevermögen. Aus diesem Grund ist Angora hervorragend für körpernahe Bekleidung und den Wäschebereich geeignet.
- Cashmere:
- Cashmere ist die feinste und edelste Faser unter den Wollfasern. Die Cashmereziegen leben vorwiegend in Zentralasien. Beim Auskämmen ihres Felles werden von jeder Ziege im Jahr nur ca. 100 g des kostbaren Unterhaares gewonnen. Das feine, etwas empfindliche Cashmere ist leicht und besonders wärmend.
- Kamelhaar:
- Der hervorragende Feuchtigkeitstransport des Kamelhaars wirkt klimatisierend und sorgt für einen angenehm trockenen Tragekomfort bzw. ein gutes Schlafklima. Die Wolle ist glatt und fein und hat einen seidigen Glanz. Das feine Unterhaar (Flaumhaar), das die Tiere einmal im Jahr bei der Erneuerung abstoßen, ist besonders hochwertig. Baby-Kamelhaar stammt von der ersten Schur des jungen Kamels und ist sehr weich und angenehm zu tragen.
- Lama:
- Das Lama ist den Anden Südamerikas beheimatet. Das feine Unterhaar des Lamas, das die Tiere vor der Kälte schützt, gilt als besonders wärmend und klimaausgleichend. Die Wolle der Tiere ist mehrfarbig und man trifft auf eine Farbpalette von weiß über hellbraun bis schwarz.
- Mohair:
- Die Mohairziege, auch Angoraziege genannt, kommt ursprünglich aus Asien, ist heute aber überall auf der Welt anzutreffen. Sie liefert eine glatte, glänzende und weiche Wolle, die als besonders wärmend und edel geschätzt wird. Sie hat von Natur aus Farbnuancen von weiß bis grau und braun.
- Seide:
- Seide gehört wie die Wolle zu den tierischen Faserstoffen. Im Unterschied ist die Seide zur Wolle jedoch keine Faser, sondern ein Faden, der bis zu 4000 m Länge erreichen kann. Dieser Faden wird von einer Raupe ersponnen. Das Schmetterlingsweibchen des Seidenspinners legt 300-500 Eier. Innerhalb von 14 Tagen schlüpfen die Raupen, die sich nach ca. 30 Tagen in einen Kokon einspinnen. Um den Seidenfaden zu gewinnen, werden die Kokons mit Heißluft und Heißdampf behandelt. Der lange Seidenfaden wird aufgewickelt und weiterverarbeitet.
Nach dem Textilkennzeichnungsgesetz dürfen nur die Fasern als “Seide" bezeichnet werden, die aus den Kokons seidenspinnender Schmetterlingsraupen gewonnen werden. Weiter Naturbelassene Seide ist die Faser, die der menschlichen Haut am ähnlichsten ist, sie wird daher von allen Menschen gut vertragen. Seide wirkt hautberuhigend, temperaturausgleichend und leitet Feuchtigkeit schnell weiter. Man sagt unbehandelter Seide eine heilsame und entzündungshemmende Wirkung nach. Um den seidigen Glanz und den weichen Griff von Seide zu erreichen, muss der Seidenleim entfernt werden. Diesen Vorgang nennt man Entbasten. Entbastete Seide zählt zu den leichtesten und feinsten Naturfasern und zeichnet sich dabei durch eine sehr hohe Zug- und Scheuerfestigkeit aus. Knitter, die im Gewebe entstanden sind, hängen sich aufgrund der guten Elastizität von Seide leicht wieder aus. Entbastete Seide lädt sich im trockenen Zustand leicht auf. Sie besitzt eine hohe Quell- und Saugfähigkeit und fühlt sich selbst bei 30% Feuchtigkeitsaufnahme noch nicht feucht an. Bereits 3000 v. Chr. wurde die Seidenraupenzucht erstmals in China erwähnt. Bis 200 v. Chr. behielten die Chinesen ihr Seidenmonopol, da sie alleine die Fähigkeiten besaßen, feinste Seiden herzustellen. Heute beträgt der Anteil von Seide am Weltfaseraufkommen von 0,1 bis 0,2%. Mischungen von Seide mit Baumwolle und Schurwolle verbinden die besten Eigenschaften beider Fasertypen miteinander. Die Bezeichnung “Organic“ weist darauf hin, dass die Maulbeerbäume für die Seidenzucht kontrolliert biologisch angebaut werden.
- Wildseide:
- Wildseide, auch Tussahseide genannt, stammt vom im Freien lebenden Eichblattspinner. Von Natur aus schimmert sie meist in einem bräunlichen Goldton. Typisch für Wildseide ist die etwas unregelmäßige, noppige Oberfläche.
- Maulbeerseide:
- Der Seidenfaden des Maulbeerspinners, der vor allem in China lebt, wird zu leichten und glänzenden Stoffen weiterverarbeitet. Im Sommer kühlt Maulbeerseide die Haut, im Winter wirkt sie temperaturausgleichend. Der Maulbeerspinner spinnt die dünnsten und festesten natürlichen Fäden. Diese Fäden wickelt die Raupe rund 100.000 mal um sich herum. Sie erreichen eine Länge von bis zu 3 km.
Die Seidenraupe ernährt sich von den Blättern des Maulbeerbaumes. Daher stammt der Name “Maulbeerseide“. Sind die Maulbeerblätter aus kontrolliert biologischem Anbau, spricht man von “Organic-Silk“.
- Bouretteseide:
- Bourretteseide wird aus Maulbeerseide gewonnen. Es sind kürzere Fäden, die zu einem unregelmäßigen, leicht noppigen Garn versponnen werden. Dieses verleiht den Stoffen die typische Optik. Bourretteseide enthält noch einen hohen Anteil des natürlichen Seidenleimes, der als hautberuhigend und heilend gilt. Charakteristisch ist der heuartige Geruch.
Bourretteseide besitzt einen stumpfen Glanz, ist sehr schiebeunanfällig, wärmt und kühlt zugleich.
- Vikunja:
- Vikunjas sind südamerikanische Kamele aus den Anden. Mit einer Schulterhöhe von einem Meter sind sie die kleinste Kamelart. Vikunjas sind die wildlebenden Vorfahren der Lamas und Alpakas. Aufgrund ihres feines Haares wären sie fast ausgestorben und zum Schutz der Tiere ist die Einfuhr und Verarbeitung ihrer Wolle in Europa verboten. Das Fell der Vikunjas ist gelblich bis rotbraun.
- Baumwolle:
- Baumwolle ist ein Malvengewächs und gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Die atmungsaktive Pflanzenfaser kann bis zu 24% ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich dabei feucht anzufühlen. Aufgrund ihrer hohen Zugfestigkeit im nassen Zustand ist sie besonders geeignet für Bekleidung, die häufig gewaschen wird. Baumwolle ist eine sehr strapazierfähige Faser und lässt sich einfach pflegen. Aufgrund ihrer großen Hautfreundlichkeit ist sie besonders für sehr sensible Haut geeignet. Baumwolle weist eine geringe Elastizität auf und knittert deshalb stärker als Wolle. Weiter Baumwolle kann von Natur aus verschiedene Farben haben. Lange Zeit wurden die früher verbreiteten Sorten nicht mehr angebaut, bis man sie in jüngster Zeit wieder entdeckte. Neben weißer gibt es auch braune und grüne Baumwolle. Allen farbig wachsenden Baumwollarten ist eine einzigartige Eigenschaft gemeinsam: Die Baumwolle zeigt ihre Endfarbe erst nach vielen Wäschen. Nach jeder Wäsche werden die Farben satter, schöner, dunkler und intensiver. Bis zu 100 Waschgänge braucht die Faser um ihren endgültigen Farbton zu erreichen. Man geht davon aus, dass Baumwolle seit ca. 6000 Jahren in verschiedenen Kulturen angebaut und zu Textilien verarbeitet wird. Bereits vor 5000 Jahren erfolgte der Anbau in Indien schon im großen Maßstab. Von dort gelangte sie nach China. Araber brachten sie im 8.-10. Jahrhundert nach Südeuropa. Seit dem 18. Jahrhundert entwickelte sich in Europa die industrielle Verarbeitung von importierter Baumwolle. Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau ist besonders hochwertig. Hier wird auf den Einsatz mit Pestiziden verzichtet. Mit Hilfe von Düngemitteln wie Mist und Mulch werden dem Ackerboden natürliche Nährstoffe zugeführt. Schädlinge werden mit ungefährlichen Mitteln wie Duftlockstoffen bekämpft, das Unkraut jätet der Bauer mit der Hacke. Die Ernte wird noch traditionell mit der Hand eingeholt.
- Brennessel:
- Brennnesseln gehören zur Familie der Brennnesselgewächse. Sie erreichen eine Größe von 250 cm. Die Fasern der Pflanzenstängel eignen sich zur Herstellung von Fasern und Stoffen. Brennnessel zeichnet sich durch hohe Feuchtigkeitsaufnahme, besonders lange Fasern und einen seidigen Glanz aus. Im Vergleich zu Leinen besitzt Brennnessel eine höhere Reißfestigkeit. Die Faser ist wärmend, pflegeleicht, hautfreundlich und sehr gut färbbar.
Brennnessel wird zur Zeit nur in sehr kleinen Mengen angebaut.
- Leinen:
- Leinen wird aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen und ist eine der ältesten Kulturpflanzen. Die genügsame Bastfaser wird seit Jahrtausenden zur Herstellung mattglänzender edler bis rustikaler Kleidungsstücke verwendet. Leinen wirkt kühlend und ist atmungsaktiv, schmutz-unempfindlich und langlebig. Typisch für Leinen ist die Knitterneigung der Stoffe, oft „Edelknitter“ genannt.
Es wird bisher nur wenig Leinen kontrolliert biologisch angebaut.
- Hanf:
- Hanf ist eine der vielseitigsten und traditionsreichsten Pflanzenfasern. Im Anbau ist die Pflanze weitgehend anspruchslos. Als einer der am schnellsten nachwachsenden Rohstoffe schafft Hanf bis zu 4 m in nur 100 Tagen. Er kommt fast ohne Pestizide aus und benötigt keine Herbizide. Um den natürlichen, hohen Nährstoffbedarf der Pflanze zu decken, wird er gerne in Fruchtfolge mit Erbsen und Bohnen angebaut.
Hanffarben sind warm und nuancen-reich, sie variieren zwischen weißlich, hellgrau, grünlich oder gelblich. Kleidung aus Hanf ist kühl, robust und sehr strapazierfähig.
- Jute:
- Jute wird in tropischen und subtropischen Ländern angebaut. Sie gehört zu den Lindengewächsen und erreicht eine Höhe von 2-5 m. In Indien wurde Jute nicht nur als Faser für Textilien, sondern auch als Gemüse und zu Heilzwecken verwendet. Heute hat Jute als Bekleidung kaum noch Bedeutung und wird vorwiegend als Verpackungsmaterial eingesetzt. Nach Baumwolle liegt Jute an zweiter Stelle der Produktion pflanzlicher Faserstoffe.
- Kapok:
- Kapok wird aus den Schoten des tropischen Kapokbaumes gewonnen. Die geruchslose, seidig glänzende Kapokfaser verfügt über einen hohen Luftgehalt und ist dadurch sehr atmungsaktiv und wärmeisolierend. Aufgrund von Bitterstoffen haben Kapokfasern eine schädlingsabweisende Wirkung.
- Kokos:
- Die Kokosfasern dienen als äußerer Schutz der Kokosnuss. Sie zeichnet sich durch eine hohe Scheuerfestigkeit aus und ist sehr widerstandsfähig gegenüber Witterungseinflüssen. Durch ihre hohen Lufteinschlüsse ist die Kokosfaser sehr wärme-isolierend. Häufige Verwendung findet sie in Füllmaterialien wie z. B. Matratzen.
- Ramie:
- Ramie ist eine der seltensten und wertvollsten Pflanzenfasern, die vor allem in tropischen Regionen Asiens angebaut wird. Diese Faser wird aus dem Stängel eines nesselartigen, mehrjährigen Gewächses gewonnen. In tropischen Ländern wird Ramie in 45 Tagen 1,80 bis 2,00 m hoch und kann bis zu 6 mal im Jahr geschnitten werden. Ramie hat eine sehr große natürliche Resistenz gegenüber Schädlingen, d.h. zum Schutz der Pflanze werden kaum Pestizide eingesetzt. Die edel glänzende Bastfaser ist sehr haltbar und reißfest, fusselt nicht und kann viel Feuchtigkeit aufnehmen.
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